Nach dem schriftlichen Abitur überlegte sich unser Mathe-Stammkurs, was wir in den letzten paar Wochen noch machen könnten. Die Entscheidung fiel auf Cam Carpets. Doch was ist das eigentlich? Dem ein oder anderen Stadionbesucher ist „Cam Carpets“ vielleicht sogar ein Begriff. Es handelt sich dabei um eine zweidimensionale Zeichnung, die von einem bestimmten Punkt aus für das Auge dreidimensional erscheint. Im Stadion nutzen Firmen diese Möglichkeit, um mithilfe von Werbeteppichen den Zuschauerinnen und Zuschauern ihre Arbeit nahezubringen. Meist liegen die Cam Carpets hinter den Torlinien, um diesen Bereich, der für die Spieler begehbar sein muss, dennoch als Werbefläche nutzen zu können. 

Anhand einer RaMa-Werbetafel und eines Miniaturfußballfelds arbeiteten wir uns in die Thematik ein. Zunächst suchten wir nach Lösungswegen, um die aufrecht stehende RaMa Werbetafel in einen Cam Carpet umzuwandeln. Mit 3D GeoGebra erhielten wir ein Gespür für die Raumperspektive. Mittels einer Geraden, einer Ebenen und deren Schnittpunkt lässt sich jeder Punkt des Cam Carpets mit diesem Programm einfach konstruktiv ermitteln. Allerdings muss die Konstruktion für jeden Punkt einzeln durchgeführt werden. Ziemlich aufwendig.

So stand uns die nächste Hürde bevor: Eine Formel herzuleiten, um rechnerisch zu einer Lösung zu gelangen. Mit dieser Formel haben wir dann in Excel gearbeitet, um uns die Rechnungen zu erleichtern. Dann fing die wahre Arbeit aber erst an: Zu jedem einzelnen Punkt der Skizze mussten die Koordinaten in einem kartesisches Koordinatensystem ermittelt und in die Excel-Datei eingetragen werden. Anhand der Formel wurden die Koordinaten in ein zweidimensionales Koordinatensystem übertragen. Diese mussten dann wiederrum zeichnerisch dargestellt werden. Die zweidimensionale Zeichnung ist dabei zwar sehr verzerrt, sieht aber vom Kamerapunkt aus normal aus. Auch dies gelang uns, sodass wir uns endlich der eigentlichen praktischen Projektarbeit näherten. 

RAMA Cam Carpet

Dazu wurde zunächst der Pausenhof vermessen und das Schulgebäude begangen, um verschiedene Kamerapunkte auszutesten und den zur Verfügung stehenden Zeichenbereich zu ermitteln. Es bildeten sich Gruppen, die sich individuelle 3D-Motive überlegten und in Cam Carpets umwandelten. Dabei musste gelegentlich das Motiv noch einmal dem zur Verfügung stehenden Zeichenplatz angepasst oder ein alternativer Kamerapunkt gewählt werden. Dann ging es ans Zeichnen. Die zum Ausmessen der rechten Winkel hergestellten 12-Knoten-Schnüre wurden schnell beiseitegelegt und stattdessen dem Muster des Pflasters vertraut. Mit langen Maßbändern und viel Geduld wurden die einzelnen Punkte mit Kreide auf den Schulhof übertragen und die entstandenen Motive ausgemalt. 

Dann konnte das Endergebnis der harten Arbeit und der 3D-Effekt endlich in lustigen Fotos dokumentiert werden. Von einem Mainz 05-Logo, über ein Klohäuschen und ein Siegertreppchen, bis zu unserem „RamaSutra“-Abimotto fand man alles auf dem Pausenhof vor. Die Aufgabe der unwissenden übrigen Schülerinnen und Schüler war es dabei, den richtigen Punkt zu finden, um das 3D-Spektakel erkennen zu können. Wir hoffen, ihr hattet genauso viel Spaß, wie wir an dem Unterrichtsprojekt!

Emma Paatzsch, Martha Denig, Kathrin Dürsch (13MA1, Abiturjahrgang 2023)


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