Der Ursprung der Schulbibliothek liegt im Dunkeln. Vermutlich verfügte aber bereits die Burse, der Ursprung unserer Schule, über Bücherbestände. Ob das schon Bibliothek zu nennen war, bleibt zweifelhaft. Die ältesten Nachweise einer Schulbibliothek reichen zurück in das ausgehende 18. Jahrhundert. Aus dieser Zeit liegen Kataloge vor. Eine systematisch geführte Bibliothek gibt es wohl seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Leider fehlen Unterlagen über die Benutzung und die Einbindung in den Schulalltag. 1975 mit der Einführung der Mainzer Studienstufe (MSS) erhielten alle Gymnasien eine Schulbibliothek. Im Zuge dessen wurde die Bibliothek des RaMa auf neue Füße gestellt.

Mit der großen Umbaumaßnahme 2006 erhielt die Bibliothek ihre heutigen Räume. Die Größe von ca. 280 m², die zentrale Lage und die hervorragende Ausstattung erlauben eine moderne Nutzung. Das wird belohnt dadurch, dass – was für eine Schulbibliothek absolut nicht selbstverständlich ist – sie immer voll mit Nutzern ist.

Der Bestand beträgt heute ca. 19.100 Medieneinheiten. Die Systematik folgt dem Fächerkanon. Trotz einiger Probleme hat sie sich bewährt und ist flexibel genug für Erweiterungen. In Zeiten der Katalogrecherche im PC spielt die Systematik nicht mehr die Rolle wie früher. Wichiger ist heute die Verschlagwortung, die seit über 20 Jahren sehr sorgfältig vorgenommen wird.

Der Nachschlage-Pool steht allen Mitgliedern der Schule von ca. 8.30 bis 16.Uhr zur Verfügung. Er besteht aus Nachschlagewerken, angefangen von den beiden großen Enzyklopädien über Fachlexika bis hin zu Wörterbüchern (letztere z.T. im Klassensatz). Der Gedanke ist, dass derjenige, der mit einer Frage in die Bibliothek kommt, sofort weiß, wo er nachschauen kann.

Die Jugendsachbücher bieten Sachliteratur zu allen wichtigen Themengebieten sowohl des Unterrichts als auch des privaten Interesses. Sie wenden sich besonders an die Jugendlichen der Sekundarstufe I und verfolgen auch die Absicht der Leseförderung besonders von Jungen.

Die Jugendbücher bieten Lektüren für alle Jugendlichen unter 15 Jahren. Dabei wird darauf geachtet, dass der Bestand brandaktuell ist. Er wird jedes Jahr für ca. €1.000 ergänzt, unattraktiv gewordene Bücher werden herausgenommen, der Besuch der Buchmesse jedes Jahr stellt sicher, dass wir keine attraktive Neuerscheinung verpassen. Auch die Geschmackserziehung wird bei der Bestandspflege im Auge behalten.

Die Fachbücher werden überwiegend von der MSS und Lehrkräften genutzt. Zu allen Fächern steht sowohl Primär- wie auch Sekundärliteratur zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist der Fachbuchbestand Geschichte (ca. 2.400), der einen eigenen Raum in der Bibliothek hat. Das RaMa wird vom Zabern-Verlag gesponsort, wodurch wir den Benutzern das vollständige Programm dieses Verlages bieten können.

Die Moguntiaca gehören nicht so ganz in eine Schulbibliothek, aber sie wurden lange schon gesammelt, so dass wir die Tradition fortführen.

Das Bibliotheksarchiv enthält die Werke, die nicht im direkten Zugriff der Benutzer sein müssen oder sollen. Die z.T. sehr alten Bestände der Bibliothek (mehr als 1200 vor 1899, alleine fast 200 vor 1799; die zwei ältesten Bücher sind von 1519) wurden natürlich nicht entsorgt, sondern in einem Magazinraum sicher verwahrt.

Zeitschriften wie Die Zeit, Mein Spiegel, Adesso, Ecoute, Spotlight, Guardian Weekly, c’t, Geo, Greenpeace, Jugendherbergszeitschrift, Bild der Wissenschaft und einige andere liegen aus. Zu einem kleinen Teil werden sie aus dem Etat finanziert, z.T. werden sie vom SEB oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern und Lehrkäften gesponsort.

Die Schulbibliothek bietet Computerarbeitsplätze und WLAN-Zugang. Ein Schülerteam sorgt in Zusammenarbeit mit dem EDV-Betreuer der Schule dafür, dass sowohl die Arbeitsplätze als auch die Leihgeräte der Bibliothek immer funktionieren.

Die Schulbibliothek ist der Dreh- und Angelpunkt im Bildungsnetz der Schule. Hier stehen alle die Medien zur Verfügung, die für Unterricht erforderlich sind, soweit sie nicht in den Fachräumen direkt vorgehalten werden (z.B. in den Naturwissenschaften). Besonders kommen alle offenen Unterrichtsformen nicht ohne Bibliothek aus. Klassen und Kurse kommen gruppenweise oder als ganze zum Arbeiten mit dem Bestand in die Bibliothek.

Unser Bibliotheksteam gewährleistet mit großen und grö0ßtenteils ehrenamtlichen Einsatz die langen und sicheren Öffnungszeiten, so dass sowohl einzelne Schülerinnen und Schüler als auch Lerngruppen jederzeit in und mit der Bibliothek arbeiten können.

Die reichhaltige Medienausstattung ist besonders für die Medienerziehung im Unterricht wichtig. So können Lehrkräfte wie Schülerschaft jederzeit Filme oder Präsentationen per Beamer im Unterricht einsetzen. Finanziert werden die Medien überwiegend vom Freundes- und Fördererkreis.

Als institutionalisierte Form der Leseförderung finden seit fast zwei Jahrzehnten Leseclubs statt, daneben bietet der immer aktuelle Bestand Leseanregungen für alle Schülerinnen und Schüler. Thematische Ausstellungen werden koordiniert mit einzelnen Fächern (z.B. das aktuelle NaWi-Thema der Klassen 5 und 6 wird begleitet von der Ausstellung von Sachbüchern zum Thema). Der Sachbuchbestand spielt bei der Leseförderung besonders von Jungen eine sehr große Rolle.

Neben dem Ausleihbestand gibt es einen großen Präsenzbestand. Für Facharbeiten, BLL oder Projekte können Medien über die Ferien ausgeliehen werden.

Von besonderer Bedeutung ist die Bibliothek für das Ganztagsschulangebot, das nicht nur einen regelmäßigen Leseclub anbietet, sondern auch für die Unterstützung der Lernzeitangebote.

Regelmäßig findet die Arbeitsgemeinschaft SoLe.Com statt, in der die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 die systematische Arbeit mit dem Computer und den Printmedien als Lernprojekt erlernen.

Die Bibliothek ist Gastgeber des Vorlesewettbewerbs und anderer Veranstaltungen.

Die Zukunft der Bibliothek liegt in einer Verbindung von klassischen und elektronischen Medien, denneEine sinnvolle Medienerziehung kann nur mit einer Bibliothek erfolgen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, die sinnvolle Verwendung der für den jeweils angestrebten Zweck bestgeeigneten Medien – statt einfach nur zu „googeln“, was sowieso viel schwieriger ist, als die meisten denken. Medien können das Internet sein, sehr oft aber ist das Lexikon, die Enzyklopädie, das Fachbuch das geeignetere Medium. Der gut gebildete Benutzer kann mit allen Medien souverän umgehen. Das zu ermöglichen, ist Aufgabe einer Schulbibliothek.