Griechisch

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Warum Griechisch?

Die wohl kürzeste Antwort auf diese Frage lautet: Weil es Spaß macht!

Aber was ist Griechisch eigentlich für ein Fach? Welche Inhalte wollen wir vermitteln? Wie sieht der Unterricht aus? Was erwartet einen dort? Auf diese Fragen möchte die Fachschaft Griechisch ein paar Antworten geben, die vielleicht bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der dritten Fremdsprache am RaMa helfen können.

Spaß macht Griechisch deshalb, weil es den Schlüssel zu den Quellen unseres heutigen Wissens, Denkens und Glaubens liefert. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit findet sich in der Literatur der griechischen Antike die Grundlagen in den Bereichen

  • Medizin (Hippokrates),
  • Naturwissenschaften und Mathematik (Thales, ...)
  • Theologie (das Neue Testament sowie die griechischen Väter),
  • Philosophie (Sokrates bzw. Platon, Aristoteles, Zenon, Epikur...),
  • Staatstheorie und Demokratie (Platon, Aristoteles...),
  • Rhetorik (Demosthenes),
  • Geschichtsschreibung (Herodot, Thukydides, Xenophon...)
  • Theater (Aischylos, Sophokles, Euripides...),
  • Architektur und Kunst,
  • Sport (Olympia)
  • Literatur (Homer, Hesiod, Platon...)

Mit dem großen Dichter Homer greifen wir zudem die Anfänge der Literatur in Europa. Griechischunterricht bedeutet also erstens, sich der eigenen kulturellen Wurzeln und Herkunft bewusst zu werden und liefert damit Antwortversuche auf die Frage, wer wir eigentlich sind und woher unsere Denk- und Verhaltensweisen kommen.

Diese Wurzeln begegnen uns ständig im Alltag, wenngleich uns oft gar nicht bewusst ist, dass Begriffe wie Musik, Mathematik, Geographie, Theater, Architektur, Kosmos, Elektronen, Kinetik, Politik, Komma, Drama und Komödie griechischen Ursprungs sind. Damit eröffnet der Griechischunterricht das Verständnis für Fremdwörter und ihre Herkunft.

Vielleicht sagt der eine oder die andere jetzt: „Das interessiert mich ja schon; aber die griechische Schrift zu lesen ist doch furchtbar schwer...“ ΔΑΝN KANN AINE KΛAINE ΛEΣEΠΡOΒE ΖAIΓEN, ΔΑΣΣ EΣ ΓANZ AINΦAX IΣT. In kürzester Zeit sind die Groß- und Kleinbuchstaben gelernt, und dann steht auch der eigentlichen Arbeit mit der Sprache nichts mehr im Wege.

In Latein läuft es gerade nicht so gut, aber die Themen sind nach wie vor interessant? Dann ist Griechisch ein guter Neuanfang! Bisher ist es mit Latein ganz gut gelaufen? Dann spricht auch nichts dagegen, Griechisch zu wählen. Der Unterricht ist ähnlich strukturiert wie im Lateinischen. Es geht darum, anhand griechischer Texte im Buch in die Welt und das Denken der Griechen zu gelangen und die Erkenntnisse daraus unseren heutigen Vorstellungen entgegenzustellen. Im Zentrum steht also immer die Arbeit mit dem griechischen Text, d.h. die Erschließung, Übersetzung und Interpretation. Hierfür ist der Erwerb von Vokabel- und Grammatikkenntnissen unabdingbar; ferner wird der Umgang mit (fremdsprachlichen) Texten geschult und Übersetzungsmethoden eingeübt. Am Ende steht aber immer die Frage: Was hat das mit mir heute zu tun? Welche Gedanken kann ich für mich nutzbar machen?

Dies bedeutet ganz konkret für den Unterricht in Klasse 8 bis 10 in der sog. Lehrbuchphase (Lehrplan Mittelstufe):

  • Erwerb eines Grundwortschatzes griechisch-deutsch
  • grundlegende Kenntnisse in der Formenlehre (Deklination, Konjugation) und der Syntax (einfache Sätze, Erweiterung durch Nebensätze und satzwertige Konstruktionen)
  • Training im Umgang mit Texten (Erschließen, Interpretieren, Übersetzen, Weiterdenken)
  • wesentliche kulturelle Aspekte der antiken griechischen Welt

Im Verlauf der zehnten Klasse erfolgt der Übergang zur Originallektüre, die dann in der Oberstufe (MSS 11-13) fortgesetzt wird (Lehrplan Oberstufe).

Nicht zuletzt leistet Griechisch einen wichtigen Beitrag zur Allgemeinbildung und zur geistesgeschichtlichen Bildung. Die Auseinandersetzung mit zentralen Gedanken der Naturwissenschaften bzw. der Theologie (Was ist der Ursprung aller Dinge? Woher kommt die Welt? Was ist „Gott“?) sowie ethischen Fragestellungen (In welchem Verhältnis steht der Mensch zu seinen Mitmenschen, zu dem Gesetz, zur Natur...? Welche Handlungsforderungen lassen sich daraus ableiten? Was ist Gerechtigkeit?) hat in der Vergangenheit die Dichter und Denker geprägt. In der Auseinandersetzung mit antikem Gedankengut in der Originalsprache greifen wir das nächste Fremde: Es ist irgendwie geheimnisvoll, aber doch ganz nah.

Stand: Februar 2018 | Johanna Reitze, StR'

Die Fachschaft Griechisch im Schuljahr 2016/2017.

Von links nach rechts: Frau Reitze, Frau Bräuer, Frau Hess und Herr Dr. Hollmann

Lehrbuch Griechisch

Klicken Sie hier für einen Einblick in das aktuelle Mittelstufenlehrbuch für das Fach Griechisch.