{"id":2174,"date":"2021-06-26T19:38:29","date_gmt":"2021-06-26T17:38:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/?p=2174"},"modified":"2021-06-26T19:47:36","modified_gmt":"2021-06-26T17:47:36","slug":"die-wiedervereinigung-der-beiden-koreas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/2021\/06\/26\/die-wiedervereinigung-der-beiden-koreas\/","title":{"rendered":"Theater am RaMa: &#8222;Die Wiedervereinigung der beiden Koreas&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Wenn Menschen fragen, worum es in unserem diesj\u00e4hrigen St\u00fcck geht, ist es nicht leicht, eine Antwort zu finden. Meist lautet sie: \u201eUm Liebe. Und um Scheitern.\u201c H\u00f6rt man, dass es in einem Theaterst\u00fcck um Liebe geht, erwartetet das Publikum zun\u00e4chst vielleicht eine romantische Geschichte: boy meets girl, zwischendurch Drama und happy end. Der franz\u00f6sische<br>Gegenwartsdramatiker Joel Pommerat aber zeigt uns unterschiedliche Seiten der Liebe: Ihre Abwesenheit, ihre Sch\u00fcchternheit, ihre Gewalt und ihr Ende.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Auff\u00fchrungen am 8., 9. und 10. Juli, jeweils um 19:30 Uhr im Innenhof des RaMa. <\/p><p>Tickets unter tickets@theater-am-rama.de<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"722\" src=\"https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-1024x722.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2175\" srcset=\"https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-1024x722.jpeg 1024w, https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-300x212.jpeg 300w, https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-768x542.jpeg 768w, https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-1536x1084.jpeg 1536w, https:\/\/www.rama-mainz.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/F67FC1F1-C38C-462C-9C39-418A8EC8F3CE-2048x1445.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Aber wie ist das zu begreifen? Ein Theaterst\u00fcck \u00fcber den Verlust von Liebe, Sehnsucht und Fehlschl\u00e4gen? Warum setzen wir uns freiwillig seit einem Jahr mit diesen Themen auseinander und bringen f\u00fcnfzehn Szenen auf die B\u00fchne, in denen die Protagonist:innen schmerzliche Dysfunktionalit\u00e4t<br>erleben?<\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Diskussionen haben wir uns als Gruppe mit diesem Thema besch\u00e4ftigt: Warum ziehen uns Geschichten vom Scheitern an, warum begegnen uns in der Literatur mittlerweile mehr Antihelden als<br>Gewinnertypen und warum fasziniert uns literarisches Leid?<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Wiedervereinigung der beiden Koreas\u201c ist eine Szenensammlung, die uns unmittelbar in unterschiedlichste Lebensrealit\u00e4ten versetzt. So begegnen wir eine Prostituierten, die seit Jahren mit dem gleichen Priester schl\u00e4ft, landen auf einer Hochzeit, die zu einem Familienstreit eskaliert und begleiten einen Mann, der t\u00e4glich das mehr oder weniger gleiche Gespr\u00e4ch mit seiner dementen Frau f\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Momente, die wir mit den Protagonist:innen auf der B\u00fchne erleben, sind skurril, vielleicht erschreckend und viele von ihnen k\u00f6nnen weh tun, wenn sie uns unmittelbar ber\u00fchren. Immer wieder bemerken wir bei den Proben, wie nah uns diese fiktiven Personen gehen k\u00f6nnen, und wie wir uns selbst in einzelnen Z\u00fcgen der Charaktere wiederfinden, ihre Wut, Ratlosigkeit, Verzweiflung und St\u00e4rke sp\u00fcren. Denn in der \u201eWiedervereinigung der beiden Koreas\u201c geht es nicht darum, sich selbst in fiktivem Ungl\u00fcck zu gei\u00dfeln, sondern darum, das Leben darin zu erkennen. Darin, dass sich Figuren ihre Autonomie erk\u00e4mpfen und es daf\u00fcr in Kauf nehmen, etwas zur\u00fcckzulassen, dass Gef\u00fchle, die unansprechbar scheinen, einen Ausdruck bekommen, dass in jeder noch so bizarr anmutenden Szene Wahrheit steckt. Furcht und Mitleid ergreifen uns und schicken uns erneut auf die Suche nach dem eigenen Weg, nach Selbsterkenntnis und Umgang mit Schmerz, und Wegen, der inneren Stimme zu folgen. <\/p>\n\n\n\n<p>Warum wir uns damit im Gewand eines f\u00fcnfzehnteiligen szenischen Theaterst\u00fcckes auseinandersetzen, ist f\u00fcr uns darin greifbar, dass wir uns darin hinterfragen und pers\u00f6nlich reflektieren m\u00fcssen, was es f\u00fcr jede:n von uns bedeutet, sich in Augenblicken wiederzufinden, in denen die Liebe schmerzlich ist. Dabei kann das Theater zu einem Ventil werden, zu einem Schl\u00fcsselloch oder zu einem neuen Weg, der uns Erkenntnisse \u00fcber uns, das Leben und die Liebe schenkt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Maja Goertz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Menschen fragen, worum es in unserem diesj\u00e4hrigen St\u00fcck geht, ist es nicht leicht, eine Antwort zu finden. Meist lautet sie: \u201eUm Liebe. Und um Scheitern.\u201c H\u00f6rt man, dass es in einem Theaterst\u00fcck um Liebe geht, erwartetet das Publikum zun\u00e4chst vielleicht eine romantische Geschichte: boy meets girl, zwischendurch Drama und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":2175,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2174","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2174"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2174\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2181,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2174\/revisions\/2181"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2175"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.rama-mainz.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}