Italien

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Der Austausch mit Pisa

(der folgende Artikel ist erschienen in der Schulschrift Gymnasium Moguntinum Nr.79, Juni 2016, S. 39-40)

Flughafen Pisa

Abschiedsszenen am Flughafen Pisa, nach einer Woche Austausch: Tränen. Umarmungen. Einladungen an die Familien. Geschenke. Plötzlich viel zu schwere Koffer. Was jetzt? Umverteilungen! Versprechen, sich wiederzusehen. Italienische Mütter und Väter, die stolz einige deutsche Wörter aussprechen. Hinauszögern des Check-In. „Können wir nicht noch bleiben?“ „Wir sehen uns wieder!“ „ Jetzt wird es aber Zeit“!!! „Ciao, arrivederci – ci vediamo – tschüss, bis bald. Aber vor allem eins: Danke! Tante grazie! Davvero! Wirklich!

Austausch seit 35 Jahren

Diese und ähnliche unvergessliche Szenen kennen alle diejenigen RaMa-Schülerinnen und Schüler, die am Italienaustausch teilnehmen. Und dies waren seit mehr als 30 Jahren sehr viele, denn den Austausch gibt es seit 1982, d.h. seitdem Italienisch am RaMa unterrichtet wird, zunächst im Rahmen einer AG und ab 1990 im Grundkurs ab Klasse 11. Viermal wechselten die Austauschschulen, aufgrund bestimmter Umstände bei den Partnern. Zunächst ging es bis 1994 nach Genua, dann bis 2002 nach Cascina (bei Pisa) und schließlich 10 Jahre lang nach Verona. Hin- und zurück stets mit dem Nachtzug. Nach 10 bis 15 stündiger Zugfahrt entstieg man meist ein wenig gerädert, doch voller Erwartung dem Zug um von den Partnern empfangen zu werden. Heute ist die Zugverbindung – zeitlich und preislich – keine Alternative zum Flugzeug, zumal der Flughafen Pisa nur 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt.

Interkulturelles Lernen

Bevor die RaMa–Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 mit ihrem Partner in Mainz und Pisa zusammentreffen, haben sie sich meist eifrig via facebook in der Sprache des Partners miteinander ausgetauscht und das angewendet, was sie im Unterricht gelernt haben, nämlich von sich selbst, von der eigenen Familie , den Aktivitäten und Vorlieben und auch von ihrer Schule zu berichten. Somit wird der Austausch im Unterricht von Beginn an zu einem wichtigen Bezugspunkt für anwendungsbezogenes Sprechen und Schreiben und verleiht ihm eine konkrete interkulturelle Ausrichtung. Diese wird nun in der Begegnung mit Leben gefüllt, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Bei den Besichtigungen von Pisa, Florenz, Siena, Lucca, Viareggio und Volterra durchqueren und erleben die Mainzer Schüler die berühmten und schönsten Städte der Toskana. Im Liceo ihrer Partner, dem Liceo Ulisse Dini, erfahren sie wie Unterricht funktioniert, und sie bestaunen die Qualität der naturwissenschaftlichen Schülerexperimente bei der Settimana delle scienze. (der Wissenschaftswoche). In den Gastfamilien und mit ihren Partnern schließlich entdecken sie den italienischen Alltag und dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede nicht nur bei der Esskultur und dem Zusammenleben der Generationen. Zusammengenommen ist der Ertrag der Austauschwoche beträchtlich. Neben dem sprachlichen Zugewinn wird die Einsicht gefördert, dass die eigene Sicht auf die Welt weder die einzige noch die einzig richtige ist. Gleiche Erfahrungen machen natürlich auch die italienischen Jugendlichen bei ihrem Aufenthalt in Mainz und in der Partnerfamilie. Deutschland ist dann nicht mehr ein als eher kalt vorgestelltes Land, in dem, nach verbreiteter Meinung, viel gearbeitet, aber wenig gelacht wird. Der Abbau von Unkenntnis und auch von Vorurteilen und der Aufbau von wertschätzenden Eindrücken und auch dauerhaften Freundschaften machen den Austausch zu einer vielfach lohnenden Sache. In den Abschiedsszenen wird dies besonders deutlich.  

Stand: Juni 2017 | Norbert Stöckle, StD, für die Fachschaft Italienisch

 

 

2013: Austausch mit Pisa – Scambio con Pisa

Wer? 17 Schülerinnen und Schüler aus den Grundkursen Italienisch des Jahrgangs 11

Mit wem? Mit 17 gleichaltrigen italienischen Schülerinnen und Schülern vom Liceo scientifico Ulisse Dini, Pisa

Wann? Als Gegenbesuch vom 10. bis zum 17. April 2013

Mit welcher Einstellung? Mit voller Motivation – und Lust auf Entdeckungen!

 

Eine Woche in Pisa, das waren :

  • Aufnahme in einer italienischen Familie: meraviglioso
  • Gemeinsame Projekte mit den italienischen Schülern

  • Gemeinsam im Unterricht

  • Deutsch-italienisches Fußballturnier (wie immer gewinnen die Italiener!)
  • Pisa, Lucca, Viareggio, Florenz, Calci: Entdeckungsreise durch die Toskana
  • Feste und Strand

  • Pizza, pasta, gelato

  • Ein Sprachbad im Italienischen – und als Erinnerung ein Tagebuch

Stand: Juni 2013 | Frau Xhonneux für den Italienaustausch

Impressionen aus Pisa

Weitere Bilder finden Sie in der Fotogalerie.

Am Strand
Am Strand
Die Austauschgruppe am schiefen Turm
Die Austauschgruppe am schiefen Turm
Die Begrüßung
Die Begrüßung
Vorbereitung der Präsentationen
Vorbereitung der Präsentationen