Die Schulbibliothek des Rabanus-Maurus-Gymnasiums

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Die Geschichte der Schulbibliothek

Der Ursprung der Schulbibliothek liegt im dunkeln. Vermutlich verfügte aber bereits die Burse, der Ursprung unserer Schule, über Bücherbestände. Ob das schon Bibliothek zu nennen war, bleibt zweifelhaft. Die ältesten Nachweise einer Schulbibliothek reichen zurück in das ausgehende 18. Jahrhundert. Aus dieser Zeit liegen Kataloge vor. Eine systematisch geführte Bibliothek gibt es wohl seit dem Anfang des 19.Jahrhunderts. Leider fehlen Unterlagen über die Benutzung und die Einbindung in den Schulalltag. 1975 mit der Einführung der Mainz Studienstufe (MSS) erhielten alle Gymnasien eine Schulbibliothek. Im Zuge dessen wurde die Bibliothek des RaMa auf neue Füße gestellt. Dies wurde von Dr. Himstedt, dem damaligen Leiter, dokumentiert (s.a. Schulgeschichte).

1982, als ich die Leitung der Bibliothek übernahm, war der Bestand über die ganze Schule verteilt:

  1. Auf der Zuschauertribüne – von der Sporthalle durch eine Pressspanwand getrennt – fanden sich auf den Stufen Regale mit Büchern und ein mehr oder minder fachgerecht geführter Zettelkatalog.
  2. Im heutigen Religionsraum befand sich die Schülerhilfsbibliothek mit Klassensätzen verschiedenster Fächer, zum größten Teil uralter Bestand.
  3. In den heutigen Umkleidekabinen war der MSS-Arbeitsraum eingerichtet, für den der SEB 1982 5.000,- DM bereitgestellt hatte, um Nachschlagewerke zu erwerben.
  4. In den Fachräumen fast aller Fächer hatten sich massenweise Bücher gesammelt. Eine belastbare Bestandsübersicht existierte überhaupt nicht.

Von der Existenz der Bibliothek wusste kaum eine Lehrkraft der Schule etwas.

Als die ersten Computer das RaMa eroberten, unternahm ich den Versuch, mit einem selbstgeschriebenen Datenbank-Programm auf Apple IIc den Bestand zu erfassen, was notwendig scheiterte, aber immerhin erste Erfahrungen brachte.

1987 zog die Bibliothek in neue Räume, die heutigen Räume 108 und 109 neben dem Lehrerzimmer. Dies geschah mit Unterstützung des Arbeitsamtes, das half, eine Bibliothekarin und eine Schreibkraft für zwei Jahre zu bezahlen. Auf dem Weg in die neuen Räume wurde der gesamte Bestand gesichtet, reduziert, aktualisiert und katalogisiert, jetzt auf einem IBM-kompatiblen PC, wieder mit einem von mir angepassten Datenbankprogramm. Der Bestand erreichte beim Abschluss der Arbeiten 1989 ca. 12.000 Medieneinheiten.

In diesen Räumen blieb die Bibliothek bis 2006. Mehrere Umstellungen passten sie an die immer weiter wachsende Benutzung an, so dass sie nach und nach zu eng wurde.

Neu war auch, dass die Bibliothek als eine der ersten in Rheinland-Pfalz mit Medien ausgestattet wurde, anfangs einem Fernseher, dann folgten die ersten PCs, der erste Internetzugang der Schule überhaupt war in der Bibliothek und von Anfang an allen Schülerinnen und Schülern zugänglich.

Mit der großen Umbaumaßnahme 2006 erhielt die Bibliothek ihre heutigen Räume. Das wurde begleitet durch die Unterstützung des Landes Rheinland-.Pfalz, das der Bibliothek eine „Große Leseecke“ genehmigte, die für ca. €14.000 neue Ausstattung und Medien erlaubte.

Die Größe von ca. 280m2, die zentrale Lage und die hervorragende Ausstattung erlauben eine moderne Nutzung. Das wird belohnt dadurch, dass – was für eine Schulbibliothek absolut nicht selbstverständlich ist – sie immer voll mit Nutzen ist.

 

Die Ausstattung
Um die Ausstattung der neuen Bibliothek hat sich nicht nur die Stadt Mainz, sondern auch der Freundes- und Fördererkreis der Schule verdient gemacht.

Beim Umzug in die jetzigen Räumlichkeiten konnte die Bibliothek die beiden hinteren Räume mit bereits vorhandenen Regalen und Tischen sehr gut ausstatten. Die trapezförmigen Tische haben sich wegen ihrer Flexibilität so bewährt, dass auch für sie Ausstattung des dritten Raumes Tische dieser Form gewählt wurden. Es wurden kleinere Tische angeschafft, die sich zu allen möglichen Tischlandschaften zusammenstellen lassen.

Die neuen Regale wurden im vorderen Raum nur in einem Fall fest montiert (Jugendsachbücher), alle anderen wurden als freistehende Regale auf Rollen ausgeführt. Das erlaubt, den Bibliotheksraum innerhalb weniger Minuten vollständig umzugestalten und z.B. für Veranstaltungen herzurichten.

Als Stühle wurden 70 stapelbare und leichte Stühle gewählt, die auch für jungen Schülerinnen und Schüler leicht zu bewegen sind.

Durch das Farbkonzept wird Buntheit vermieden. Es gibt nur die Farben dunkelgrau-metallisch für alle tragenden Teile (Säulen, Tischbeine), gelb/holzfarben für die Wände und Tischplatten. Durch diese Reduzierung kommen die Bücher voll zur Geltung.

Die Bibliothek verfügt über eine Fußbodenheizung ohne störende Heizkörper und einen Naturkautschukboden, der die verwendeten Farben dezent aufnimmt.

Der Bestand
Jeweils bei den Umbauten wurde der Bestand aktualisiert und das heißt bei einer Schulbibliothek ausgemistet! Heute beträgt er heute mit ca. 19.100 zwar ca. 7.000 Medieneinheiten mehr als nach dem Umbau 1989, aber vieles aus dem alten Bestand ist verschwunden. Himstedt meint 1974 noch, die Bibliothek habe die Aufgabe, ihre Geschichte zu dokumentieren. Der moderne Ansatz ist ein anderer. Die Schulbibliothek ist ein pädagogisches Werkzeug. Der Bestand muss schlank sein, auf die Bedürfnisse der Benutzer und den schulsichen Zweck zugeschnitten. In der Schulbibliothek lernen die Schülerinnen und Schüler erst, mit einer Bibliothek umzugehen. Erfurcht einflößende Bestände sind da nicht hilfreich, sondern abschreckend.

Die Bibliothek steht für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zur Verfügung und berücksicht die Bedürfnisse aller Gruppen, Schülerinnen und Schüler wie Lehrkäften und Schulleitung.

Die Systematik folgt dem Fächerkanon (nicht der ASB). Trotz einiger Probleme hat sie sich bewährt und ist flexibel genug für Erweiterungen. In Zeiten der Katalogrecherche im PC spielt die Systematik nicht mehr die Rolle wie früher. Wichiger ist heute die Verschlagwortung, die seit über 20 Jahren sehr sorgfältig vorgenommen wird.

Der Bestand wird weiter systematisch aufgebaut und gliedert sich in mehrere Teile:

Der Nachschlage-Pool
steht allen Mitgliedern der Schule von ca. 8.30 bis 16.Uhr zur Verfügung. Er besteht aus Nachschlagewerken, angefangen von den beiden großen Enzyklopädien über Fachlexika bis hin zu Wörterbüchern (letztere z.T. im Klassensatz). Der Gedanke ist, dass derjenige, der mit einer Frage in die Bibliothek kommt, sofort weiß, wo er nachschauen kann.

Die Jugendsachbücher
bieten Sachliteratur zu allen wichtigen Themengebieten sowohl des Unterrichts als auch des privaten Interesses. Sie wenden sich besonders an die Jugendlichen der Sekundarstufe I und verfolgen auch die Absicht der Leseförderung besonders von Jungen. (Bestand 2011: ca. 1000)

Die Jugendbücher
bieten Lektüren für alle Juendlichen unter 15 Jahren. Dabei wird darauf geachtet, dass der Bestand brandaktuell ist. Er wird jedes Jahr für ca. €1.000 ergänzt, unattraktiv gewordene Bücher werden herausgenommen, der Besuch der Buchmesse jedes Jahr stellt sicher, dass wir keine attraktive Neuerscheinung verpassen. Auch die Geschmackserziehung wird bei der Bestandspflege im Auge behalten. (Bestand 2011: ca. 2.400)

Ü15 (noch im Aufbau)
Ab 15 Jahren reduziert sich die Leselust bei vielen Jugendlichen. Dem versuchen wir entgegen zu wirken, indem wir spezielle attraktive Angebote für diese Altergruppe machen. Dazu gehört auch, für umstrittene, kontroverse Themen Bücher anzubieten, sowohl Sachtexte als auch Belletristik. (Bestand 2011: ca. 190)

Die Fachbücher
Sie werden überwiegend von der MSS und Lehrkräften genutzt. Zu allen Fächern steht sowohl Primär- wie auch Sekundärliteratur zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist der Fachbuchbestand Geschichte (ca. 2.400), der einen eigenen Raum in der Bibliothek hat. Das RaMa wird vom Zabern-Verlag gesponsort, wodurch wir den Benutzern das vollständige Programm dieses Verlages bieten können.

Die Moguntiaca
So ganz gehören sie nicht in eine Schulbibliothek, aber sie wurden lange schon gesammelt, so dass ich die Tradition fortführe. Der Bestand enthält einige sehr interessante Werke aus der Geschichte von Mainz. (Bestand 2011: ca. 800)

Das Bibliotheksarchiv
Enthält die Werke, die nicht im direkten Zugriff der Benutzer sein müssen oder sollen. Die z.T. sehr alten Bestände der Bibliothek (mehr als 1200 vor 1899, alleine fast 200 vor 1799; die zwei ältesten Bücher sind von 1519) wurden natürlich nicht entsorgt, sondern in einem Magazinraum sicher verwahrt. Da sie im EDV-Katalog nachgewiesen werden, kann auf sie zugegriffen werden (Bestand ca. 5100)

Zeitschriften
Die Zeit, Mein Spiegel, Adesso, Ecoute, Spotlight, Guardian Weekly, c’t, Geo, Greenpeace, Jugendherbergszeitschrift, Bild der Wissenschaft und einige andere liegen aus. Zu einem kleinen Teil werden sie aus dem Etat finanziert, z.T. werden sie vom SEB oder ehemaligen Schülerinnen und Schülern und Lehrkäften gesponsort.

Die technischen Geräte
Als meines Wissens einzige Schulbibliothek in Deutschland bietet die RaMa-Bibliothek allen (!) Nutzern zahlreiche Geräte der elektronischen Medien zur Ausleihe: 10 Laptops, 7 Beamer, 3 Multimedia-Beamer, mehrere Lautsprecher, CD-Player, DVD-Player, Diktiergerät, Foto- und Videokamera u.a. So ist sichergestellt, dass alle Lehrkäfte wie auch alle Schülerinnen und Schüler jederzeit moderne Medien im Unterricht einsetzen können.

In der Bibliothek selbst steht ein Fernsehgerät (102cm Bilddiagonale) mit DVD-Player  und Videorecorder und USB / SD-Anschluss zur Verfügung.

Die EDV-Arbeitsplätze
Die Schulbibliothek bietet vier Compuertarbeitsplätze mit Internetzugang. Diese können von Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9 frei, von jüngeren Schülerinnen und Schülern nur mit einem Arbeitsauftrag einer Lehrkaft benutzt werden. Die Benutzung unterliegt der EDV-Benutzungsordnung der Schule. Ein Schülerteam sorgt in Zusammenarbeit mit dem EDV-Betreuer der Schule dafür, dass sowohl die Arbeitsplätz als auch die Leihgeräte immer funktionieren.

Der Katalog
Sowohl die Ausleihe als auch der Katalog werden per EDV erledigt. Da das RaMa eine der ersten Schulen in Deutschland war, die vollständig auf einen EDV-Katalog umstieg und seinerzeit keine Software zur Verfügung stand, arbeiten wir mit einem heute zwar veralteten, jedoch absolut zuverlässigen Datenbankprogramm, das alle unsere Zwecke voll erfüllt. Der Aufwand für einen Umstieg auf das vom Land vorgeschlagene BibliothecaWin der Firma BOND steht z.Z. in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen.

Unser Datenbankprogramm bietet die Recherche nach allen Feldern der Titelaufnahme nach RAK. Als besonders wertvoll erweist sich die Recherche nach Schlagworten. Die Verschlagwortung wird von Anfang an konsequent, kritisch und sorgfältig auf der Basis des SWI vorgenommen.

Auf Wunsch können beliebige Listen und Handapparate erstellt werden.

Die Benutzung
Die Schulbibliothek ist der zentrale Knoten im Bildungsnetz der Schule. Hier stehen alle die Medien zur Verfügung, die für Unterricht erforderlich sind, soweit sie nicht in den Fachräumen direkt vorgehalten werden (z.B. in den Naturwissenschaften). Besonders kommen alle offenen Unterrichtsformen nicht ohne Bibliothek aus. Klassen und Kurse kommen gruppenweise oder als ganze zum Arbeiten mit dem Bestand in die Bibliothek.

Durch die langen und sicheren Öffnungszeiten können sowohl einzelne Schülerinnen und Schüler als auch Lerngruppen jederzeit in und mit der Bibliothek arbeiten.

Die reichhaltige Medienausstattung ist besonders für die Medienerziehung im Unterricht wichtig. So können Lehrkräfte wie Schülerschaft jederzeit Filme oder Präsentationen per Beamer im Unterricht einsetzen. (2010 ca. 1.000 Ausleihen). Finanziert werden die Medien überwiegend vom Freundes- und Fördererkreis.

Als institutionalisierte Form der Leseförderung finden seit fast zwei Jahrzehnten Leseclubs statt, daneben bietet der immer aktuelle Bestand Leseanregungen für alle Schülerinnen und Schüler. Thematische Ausstellungen werden koordiniert mit einzelnen Fächern (z.B. das aktuelle NaWi-Thema der Klassen 5 und 6 wird begleitet von der Ausstellung von Sachbüchern zum Thema). Der Sachbuchbestand spielt bei der Leseförderung besonders von Jungen eine sehr große Rolle.

Die Ausleihfrist beträgt 28 Tage. Ein Teil des Bestandes ist nur für den Präsenzgebrauch gedacht. Unter bestimmten Bedingungen können für Facharbeiten oder BLL kurzzeitig diese Medien auch ausgeliehen werden, z.B. über die Ferien oder das Wochenende.

Von besonderer Bedeutung ist die Bibliothek für das Ganztagsschulangebot, das nicht nur einen regelmäßigen Leseclub anbietet, sondern auch für die Unterstützung der Lernzeitangebote.

Regelmäßig findet die Arbeitsgemeinschaft SoLe.Com statt, in der die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 5 die systematische Arbeit mit dem Computer und den Printmedien als Lernprojekt erlernen.

Die Bibliothek ist Gastgeber des Vorlesewettbewerbs und anderer Veranstaltungen.

Die Zukunft der Bibliothek
Die elektronischen Medien haben die Schulbibliothek mitnichten überflüssig gemacht. Im Gegenteil: Eine sinnvolle Medienerziehung kann nur mit einer Bibliothek erfolgen. Die Schülerinnen und Schüler lernen, statt einfach nur zu „googeln“ (was viel schwieriger ist, als die meisten denken) die sinnvolle Verwendung der für den jeweils angestrebten Zweck bestgeeigneten Medien. Das kann das Internet sein, sehr oft aber ist das Lexikon, die Enzyklopädie, das Fachbuch das geeignetere Medium. Der gut gebildete Benutzer kann mit allen Medien souverän umgehen. Das zu ermöglichen, ist Aufgabe einer Schulbibliothek. Dazu wird sie sich auch in Zukunft permanent den sich immer schneller ändernden Bedingungen anpassen müssen:

Stand: November 2014 | Kurt Cron, StD

RaMa-Raben sind Leseratten
(c) Emily Grimm

 

Kurzübersicht

Alter
unbekannt, mindestens 230 Jahre

Leitung Silvana Rödder, OStR'

Betreuung
ehrenamtlich tätige Eltern von RaMa-Kindern

Öffnungszeiten   
Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 16 Uhr
Freitag von 8.30 bis ca. 14 Uhr

Bestand   
ca. 19.100 Medieneinheiten (1/2011):

  • Nachschlagepool
  • Jugendsachbücher (bes. Sekundarstufe I)
  • Jugendbücher bis 15 Jahre (Belletristik)
  • Ü15 (Belletristik und Sachbücher)
  • Fachbücher aller Fächer
  • Moguntiaca
  • Archiv
  • ca. 20 Zeitschriften

Mediengeräte zum Ausleihen für jedermann:

  • 10 Laptops
  • 7 Beamer
  • 3 Multimedia-Beamer
  • mehrere CD-Player, Videorecorder, DVD-Player, Lautsprecherboxen
  • Diktiergerät
  • Videokamera
  • digitale Fotokamera
  • Stativ
  • mobile Leinwand

Arbeitsplätze

2 Rechner Bibliotheksverwaltung (Katalog und Ausleihe)
4 Computerarbeitsplätze mit Internetzugang
2 Fotokopiergeräte (kostenpflichtig)
Großbild-Fernsehgerät mit VHS, DVD und USB
Overheadprojektor

Service   
Beratung bei Recherche und technischen Geräten
Handapparate
Bibliotheksführungen
Bibliothekseinführung für die Klassenstufe 5 durch die Lesescouts
Leseclubs
Stillarbeitsraum
Arbeitsmöglichkeiten für Klassen und Kurse
Unterrichtsraum
Veranstaltungsort („Gute Stube“ der Schule)