Leitgedanken

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Das Rabanus-Maurus-Gymnasium (gegr. 1561) blickt im Jubiläumsjahr 2011 auf eine 450-jährige Tradition zurück.

Das damalige Jesuitengymnasium konnte an den mittelalterlichen Bildungskanon anknüpfen. Es erweiterte ihn um den damals modernen gelehrten Entwurf der jesuitischen Schulbildung und gab diesen Kanon als Vermächtnis weiter, und auf ähnliche Weise weiterwirkend verbinden sich seither in unserem Gymnasium in ununterbrochener Folge Tradition und fortschrittliche Schulentwicklung miteinander.

Die älteste Schule in Mainz hat sich, insbesondere in einem zusammenwachsenden Europa, dem Ziel verschrieben, die Besinnung auf antik-christliche Grundlagen und auf Erträge wissenschaftlicher Forschung zu fördern, die unsere Welt, unsere Kultur und das schulische Lernen entscheidend geprägt haben.

Auch notwendige, behutsame Anpassungen im Sinne eines begabungsfreundlichen Lernklimas, zur Vermeidung von Unterforderung, hin zu individualisiertem Unterricht mit mehr selbst gesteuerten Lernprozessen, lassen sich auf der Grundlage eines bewährten und bewahrenswerten humanistischen Bildungs- und Erziehungsauftrags zukunftsweisend umsetzen.

Pädagogische Herausforderungen

Dabei geht es neben der Schaffung eines begabungsfreundlichen Lernklimas heute verstärkt um das individualisierte, eigenverantwortliche Lernen von Schülerinnen und Schülern.

Eigenverantwortliches Lernen bietet die Chance, dass die Schülerinnen und Schüler sich zum Lernen motiviert sehen. Für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Lehrkräfte wird es in Zukunft mehr noch als bisher darauf ankommen, eine möglichst kontinuierliche Motivation zu schulischer Arbeit zu finden. Schüler sind zum Lernen motiviert, wenn sie dazu bereit sind, sich überraschen und irritieren zu lassen, wenn sie Möglichkeiten finden, ihre bislang erworbenen Kenntnisse mit neuen Themen oder Lernstoffen zu verknüpfen, wenn sie wissen, dass die neuen Kenntnisse ihnen beim Aufbau ihres Weltverständnisses helfen können, wenn sie spüren, dass der Lernzuwachs sie intellektuell beflügelt und auch emotional stimuliert.

Moderner Unterricht ist nicht mehr reiner Frontalunterricht, sondern fordert die Lernenden immer öfter heraus, für ihren Lernfortschritt selbst Verantwortung zu übernehmen, deshalb ist ein projektorientierter Unterricht an unserer Schule keine Ausnahme, sondern häufige Unterrichtsform. Dasselbe gilt auch für die Einbeziehung von Lernorten außerhalb der Schule, z.B. durch Exkursionen. Bedingt durch die innenstadtnahe Lage der Schule werden alle Angebote, die die Stadt bietet, genutzt.

Seit dem Schuljahr 2009/10 arbeiten wir in allen Fächern weitgehend in Doppelstunden. Der Pausengong ertönt nur noch an wenigen Stellen des Tages. Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte erfahren dadurch eine größere Ruhe in der Schule; die Unterrichtsstunden verlaufen für alle entspannter. Das Doppelstundenmodell ermöglicht zudem mehr Handlungsspielraum für individualisiertes Lernen.

Kooperation mit der außerschulischen Welt

Das Rabanus-Maurus-Gymnasium sieht sich nicht als abgekapselter, sich selbst genügender Kosmos, das beweisen seine vielfachen Kontakte zu außerschulischen Einrichtungen. Diesen Weg werden wir weiter gehen und nach neuen Möglichkeiten der Kooperation mit Institutionen und Personen der außerschulischen Welt suchen.

Der Standort Mainz bietet eine Fülle von wissenschaftlichen und künstlerischen Zentren, neben den Hochschulen z. B. Museen, Bibliotheken, Archive, natur- und geschichtswissenschaftliche Institute, Theater, Orchester, Ateliers. Unser Gymnasium wird verstärkt Verbindung mit solchen Einrichtungen aufnehmen, durch deren Forschung und Praxis Schülerinnen und Schüler unserer Schule nicht nur Anregungen empfangen, sondern auch Möglichkeiten der eigenen Betätigung erfahren sollen.

Wichtige Industriefirmen haben in Mainz ebenso ihren Standort wie viele mittelständische Unternehmen. Über die bereits bestehenden Betriebs- und Berufserkundungen hinaus ist die Schule dabei, einen regelmäßigen Austausch mit geeigneten Firmen aufzunehmen und deren Erfahrung auf den Sektoren des Gewerbes und der Dienstleistungen für ihre Schülerinnen und Schüler nutzbar zu machen.

Vereine, Verbände und Initiativen unterschiedlicher Art sind in Mainz ansässig. Kontakte zu einer Reihe von ihnen können Schülerinnen und Schüler mit sehr vielen Aspekten des außerschulischen Lebens vertraut machen. Kontakte zu Kirchen und sozialen Einrichtungen wollen wir auch künftig verstärkt nutzen bei dem Bemühen, unseren Schülern ihre Verantwortung für unsere Gesellschaft bewusst werden zu lassen.

Von besonderer Bedeutung ist die partnerschaftliche Kooperation des Rabanus-Maurus-Gymnasiums mit anderen Schulen, sowohl in unserer Stadt und Region als auch im In- und Ausland, insbesondere mit unserer Partnerschule in Erfurt, dem Königin-Luise-Gymnasium, und den Austauschschulen in Frankreich, Italien, England und China.

Die bestehenden Kontakte werden weiter gepflegt, und wo es sich als nützlich und wünschenswert erweist, werden sie intensiviert und ausgeweitet.

Unser Gymnasium sieht sich als Knoten in einem Netz, dessen Struktur es nutzen kann, um seine Schüler in vielen Bereichen zukunftsfähig zu machen.

Möge der Blick auf die langjährige Tradition unseres Gymnasiums die Bedeutung und die Qualität der schulischen Arbeit am Rabanus-Maurus-Gymnasium bewusst machen und alle am schulischen Leben Beteiligten zu lebenslangem Lernen ermuntern!

Stand: August 2017 | Marieluise Noll-Ziegler, OStD’ | Schulleiterin